
Hilfe! Mein Kind isst kein Gemüse
„Iss deinen Teller leer!“ Wer hat das nicht als Kind zu hören bekommen? Meist ging es dabei nicht um die Kartoffeln mit Soße oder das leckere Stück Fleisch – sondern Blumenkohl, Möhren oder Rosenkohl verkümmerten auf dem Teller. Dass Kinder sich weigern, Gemüse zu essen, ist ein Klassiker – und kann für Eltern zu einem echten Kampf werden, der das Abendessen in ein regelrechtes Schlachtfeld verwandelt. Natürlich gibt es Wege, den Kleinen dabei zu helfen, dieses so gesunde Gemüse zu essen. Aber wie!?
Die „terrible two’s“
Wenn du denkst, dass alles halb so wild ist und du dein Kind in den ersten 1,5 Jahren problemlos Gemüse hast essen lassen, beginnt plötzlich die Trotzphase. Ab etwa 2 Jahren entwickeln Kinder ihren eigenen Willen und lernen ein Wort, mit dem sie Eltern zur Verzweiflung treiben können: Nein! Außerdem haben Kinder in diesem Alter andere Bedürfnisse in Bezug auf Ernährung; ihr Geschmack verändert sich, aber das Bedürfnis zu essen nimmt ab, weil das Wachstum deines Kleinkinds nicht mehr so schnell ist wie in der Babyzeit. Die Trotzphase dauert etwa 2,5 Jahre – eine Phase, in der du die Balance finden musst zwischen deinem Kleinkind Raum zu geben, eine eigene Meinung zu entwickeln, und klare Grenzen zu setzen.
Begrabe das Kriegsbeil
Obwohl die Verweigerung von Essen in der Trotzphase ihren Höhepunkt erreicht, können auch ältere Kinder Schwierigkeiten damit haben, Gemüse zu essen. Das Abendessen kann dann zu einem echten Kampf werden – vor allem, wenn sich jeden Tag alles auf das „abweichende“ Verhalten beim Gemüseessen konzentriert. Dadurch wird es für dein Kind schon im Vorfeld zu einer Situation, die mit negativen Emotionen wie Stress, Frust oder Angst verbunden ist. Nicht gerade die beste Voraussetzung für Appetit auf Gemüse. Sorge deshalb für eine angenehme Stimmung am Tisch und sprich über den Tag oder erzähl eine Geschichte, damit der Fokus nicht mehr auf dem Essen liegt. Wütend werden oder Druck machen wirkt meist kontraproduktiv und sorgt eher dafür, dass dein Kind Essen negativ verknüpft. Klappt es wirklich gar nicht? So schwer und widersprüchlich es sich auch anfühlt: Lass los!
Tipps, damit Kinder Gemüse essen
Natürlich gibt es ein paar Möglichkeiten, doch noch heimlich etwas Gemüse „reinzuschmuggeln“. Vitaminstore hat ein paar Tipps für dich zusammengestellt:
- Nimm einen großen weißen Teller statt eines kleinen bunten Tellers – so wirkt eine Portion optisch kleiner. Studien haben gezeigt, dass – wenn eine doppelte Portion Gemüse aufgetan wird – bis zu 68% mehr gegessen wird
- Platziere das Gemüse strategisch auf dem Teller: nah bei deinem Kind, sodass es sich kaum anstrengen muss, um danach zu greifen
- Biete Gemüse, das nicht gemocht wird, weiterhin an; manchmal gewöhnen sich Kinder erst nach 10 bis 15 Kostproben an den Geschmack
- Beziehe dein Kind in den Einkauf und das Kochen ein. Es gibt spezielle Holz-„Helfertürme“, die du an die Küchenarbeitsplatte schieben kannst. So kann dein Kind bei der Zubereitung zusehen und knabbert vielleicht zwischendurch etwas Gemüse.
- Püriere das Gemüse fein in einen Smoothie, eine Suppe oder eine (Pasta-)Soße
- Schneide „Pommes“ aus Zucchini, Möhre oder Gurke oder mache andere Formen. Verwende dafür bei Bedarf Ausstechförmchen.
- Lege ein Bild aus Gemüse auf dem Teller: eine Kartoffel als Sonne, grüne Bohnen als Gras – auf Pinterest findest du jede Menge Ideen.
- Mach Gemüse-Pfannküchlein mit Zucchini oder backe Blumenkohl-Brötchen
- Im Handel gibt es Pasta und Pizzaböden auf Gemüsebasis oder Wraps auf Basis von Paprika und Roter Bete, mit denen du bunte Kreationen zaubern kannst.
Geschrieben von: Noëlle van Seggelen





