
Sauberer Start: So entgiftest du deinen Körper
Von Zeit zu Zeit braucht jede Maschine eine Wartung. Für den Körper ist das nicht anders. Wenn sich Abfall- und Giftstoffe in deinem Körper ansammeln, können allerlei unerklärliche Beschwerden auftreten – zum Beispiel Müdigkeit, Kopfschmerzen, Hautprobleme oder eine schwache Verdauung. Du willst wissen, wie das funktioniert und wie du deine Leber unterstützen kannst? Dann lies einfach weiter!
Toxine
Der Körper ist täglich Toxinen ausgesetzt. Das sind giftige Stoffe, die dem Körper schaden und in endogene und exogene Toxine unterteilt werden können. Endogene Toxine sind belastende Abfall- oder Reststoffe, die bei der Verdauung und verschiedenen anderen Stoffwechselprozessen auf Zellebene vom Körper produziert werden. Außerdem gibt es Lifestyle-Faktoren, die den Körper zusätzlich belasten – zum Beispiel Stress, ein unregelmäßiges Essverhalten, übermäßiger Sport und die Einnahme von Medikamenten. Solange dem Körper ausreichend Eiweiß, gesunde Fette, Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente zur Verfügung stehen, sollte die Leber in der Lage sein, diese Stoffe zu eliminieren.
Exogene Toxine, auch EDCs (Endocrine Disrupting Chemicals) genannt, sind schädliche Stoffe, die von außen in unseren Körper gelangen. Das passiert durch den Verzehr ungesunder Ernährung (Zusatzstoffe) wie Zucker, Alkohol, E-Nummern, Kaffee und raffinierte Lebensmittel, aber auch beispielsweise durch Luftverschmutzung, UV-Strahlung, Reinigungs- und Pflanzenschutzmittel, synthetische Kosmetik, (Mikro-)Plastik, Schwermetalle, Abgase und Zigarettenrauch.
Unterstützt den Körper bei täglichen Prozessen
Wenn EDCs in deinen Körper gelangen, arbeitet dein Körper auf Hochtouren, um die Toxine abzubauen und aus dem Körper zu entfernen. Dieser Prozess läuft hauptsächlich über Leber und Nieren. Die Leber trägt zur Ausscheidung von Toxinen bei, indem sie bestimmte Abfallstoffe über die Galle in den Dünndarm abgibt, woraufhin sie den Körper über den Stuhl verlassen. Außerdem kann die Leber bestimmte Giftstoffe in wasserlösliche Stoffe umwandeln, die anschließend in den Blutkreislauf gelangen und dort von den Nieren herausgefiltert werden können. Die Nieren entfernen unter anderem die von der Leber umgewandelten Abfallstoffe aus dem Blut. Über die Nierenarterie fließt das Blut mehr als zweihundert Mal pro Tag durch die Nieren. In der Nierenrinde und im Nierenmark befinden sich kleine Filter, die Wasser, Salze und Abfallstoffe durchlassen, aber Blutzellen und Eiweiße zurückhalten (diese will der Körper natürlich nicht ausscheiden). Das gereinigte Blut fließt anschließend über ein abführendes Blutgefäß zurück in die Nierenvene und damit in den Blutkreislauf. Die verbleibende Flüssigkeit, Salze, Säuren und Abfallstoffe werden im Nierenbecken gesammelt, von wo sie über den Harnleiter in die Blase gelangen und schließlich als Urin ausgeschieden werden.
Obwohl Nieren und Leber die wichtigsten Ausscheidungsorgane sind, bekommen sie Unterstützung von weiteren Ausscheidungsorganen wie Haut, Darm, Lunge und Lymphe. Wenn diese Organe überlastet sind, verfügt der Körper zudem über einige sogenannte „Notventile“, um Abfallstoffe loszuwerden. Dazu zählen Ohrenschmalz, Tränen, vaginaler Ausfluss, Menstruation, Schleim, Samenerguss und Zungenbelag. Wenn der Körper die Menge an Toxinen nicht mehr bewältigen kann, werden Abfallstoffe zum Beispiel im subkutanen Bindegewebe oder im Fettgewebe gespeichert.
Mögliche Beschwerden bei zu vielen Toxinen im Körper:
- Kopfschmerzen
- Müdigkeit
- Hormonstörungen
- Verminderte Fruchtbarkeit bei Männern und Frauen
- Geschwächtes Immunsystem
- Stoffwechselprobleme
- Psychische Beschwerden
- Hautprobleme
- Beschleunigte oder verlangsamte Schilddrüsenfunktion
6 Tipps, um toxische Stoffe in deinem Körper zu begrenzen
1. Gesunde Ernährung
Je weniger toxische Stoffe du zu dir nimmst, desto weniger Abfallstoffe müssen aus deinem Körper herausgefiltert werden. Versuche deshalb, so naturbelassen wie möglich zu essen, und wähle möglichst Bio-Gemüse und -Obst (ungespritzt). Achte außerdem darauf, genügend Ballaststoffe aufzunehmen. Hülsenfrüchte, Vollkornprodukte und Samen, Gemüse und Obst enthalten viele Ballaststoffe, die deine Darmperistaltik fördern. Das hilft deinem Körper, Abfallstoffe auszuscheiden.
2. Trink ausreichend Wasser
Achte darauf, täglich mindestens 1,5 bis 2 Liter Wasser zu trinken. Tee ist natürlich auch eine gute Alternative.
3. Vermeide Stress
Hormone, die in stressigen Situationen freigesetzt werden – wie Adrenalin und Cortisol –, erzeugen Toxine, die dafür sorgen, dass die Entgiftung weniger effizient und langsamer abläuft.
4. Guter Schlaf
Neurologische Forschung zeigt, dass das Gehirn im Schlafmodus eine Art „Reinigung“ durchläuft. Tagsüber entstehen bei jeder neuronalen Aktivität Abfallstoffe im Gehirn. Diese Abfallstoffe verschwinden, wenn sie mit der Gehirnflüssigkeit weggespült werden, die durch das Hirngewebe fließt. Anschließend gelangen die Abfallstoffe in den Blutkreislauf, woraufhin die Leber sie verarbeitet. Die Forschung zeigte, dass Gehirnzellen im Schlaf um bis zu sechzig Prozent schrumpfen, wodurch mehr Raum zwischen den Gehirnzellen entsteht und die Gehirnflüssigkeit leichter durch das Gewebe fließen kann. Wenn du nicht genug schläfst, bleibt eine größere Menge an Giftstoffen im Gehirn zurück. Die Empfehlung für Erwachsene liegt bei mindestens sieben bis neun Stunden Schlaf pro Nacht. Menschen ab 65 Jahren brauchen etwa sieben bis acht Stunden.
5. Beweg dich
Das Lymphsystem, ein Teil des Ausscheidungssystems, kann nur bei ausreichender Bewegung funktionieren. Eine gute Richtlinie ist, dich jeden Tag mindestens eine halbe Stunde zu bewegen. Aber übertreib es nicht! Bei übermäßigem Sport und überlasteter Muskulatur produziert der Körper viel Milchsäure, was den Körper übersäuern kann.
6. Verwende natürliche (Beauty-)Produkte
Verwende möglichst natürliche Produkte ohne Mikroplastik und Chemikalien. Denk dabei zum Beispiel an natürliche Wasch-, Reinigungs- und Pflanzenschutzmittel. Ersetze außerdem deine synthetischen Pflegeprodukte durch eine natürliche Variante. Denn alles, was du aufträgst, kann auch über die Haut in den Körper gelangen und über die Blutbahn im Körper verteilt werden.
Welche Methoden gibt es, um die Leber zu unterstützen?
Es gibt viele Möglichkeiten, die Leber zu unterstützen – von sanften bis hin zu rigorosen Ansätzen. Es gibt jedoch nicht die eine richtige Methode. Wichtig ist, dass die Methode zu dir passt.
Entsäuern
Saure Abfallstoffe, die in deinem Körper zurückbleiben, können Auswirkungen auf deinen Säuregrad, also den pH-Wert, haben. Dadurch kann dein Körper übersäuern. Das ist vor allem der Fall, wenn du älter wirst. Bei der Geburt besteht der Körper zu 0% aus sauren Abfallstoffen. Bis du dreißig bis fünfzig Jahre alt bist, ist dieser Anteil bereits auf 25% gestiegen. Mit siebzig besteht der Körper sogar zu 40% aus sauren Abfallstoffen. Zum Glück kannst du dein Säure-Basen-Gleichgewicht wiederherstellen. Das gelingt dir unter anderem, indem du basisch isst.
Drybrushing
Drybrushing stammt ursprünglich aus dem Ayurveda, wo es seit Jahrhunderten eingesetzt wird, um körperliche Beschwerden zu vermeiden. Das tägliche Bürsten der Haut mit einer weichen Bürste regt die Durchblutung an, entfernt abgestorbene Hautzellen, sodass Abfallstoffe besser abtransportiert werden können, und hilft dabei, Abfallstoffe auszuscheiden. Durch das Bürsten aktivierst du nämlich dein Lymphsystem – eines der Ausscheidungsorgane.
Wichtig beim Unterstützen der Leber
Wenn du die Leber unterstützt, drückst du sozusagen einen Reset-Knopf in deinem Körper. Deine Leber muss dann ordentlich arbeiten, um alle überschüssigen Toxine auszuscheiden. Es wird empfohlen, während der Unterstützung der Leber ausreichend Wasser zu trinken.
Autorin: Nicole Langedijk




