
Sonnencreme fürs Gesicht oder Tagescreme mit LSF – was ist die beste Wahl?
Was bedeutet LSF und was brauchst du fürs Gesicht?
Fangen wir erst einmal damit an, wofür LSF eigentlich genau steht. Ein LSF (Lichtschutzfaktor) in einer Tagescreme oder Sonnencreme ist ein Maß dafür, wie lange jemand bei einer bestimmten Sonnenintensität in der Sonne bleiben kann, ohne zu verbrennen. Anders gesagt: Wenn jemand ohne Sonnenschutz nach 10 Minuten verbrennt, wird diese Person mit LSF 15 erst nach 15 x 10 Minuten verbrennen.
Wie lange es dauert, bis du verbrennst, hängt von mehreren Faktoren ab – unter anderem von deinem Hauttyp, der Intensität der Sonne, der Tageszeit, dem Breitengrad, an dem du dich befindest, sowie der Menge und Art des Schutzes, den du verwendest. Generell gilt: Je höher die UVB-Intensität, desto schneller kannst du einen Sonnenbrand bekommen.
Dein Hautton spielt bei der Wahl mit, wie hoch der LSF für dich sein sollte, um optimal zu schützen – prüfe den LSF also, bevor du ein Produkt kaufst. Helle Haut ist nämlich viel empfindlicher gegenüber UV-Strahlung und braucht daher mehr Schutz als dunklere Haut. Aber unabhängig von der Hautfarbe ist Eincremen weiterhin sinnvoll. Denn selbst wenn du eine schöne Bräune von der Sonne bekommst, kann es immer zu DNA-Schäden kommen, weil das Pigment in der Haut nicht immer gleichmäßig vorhanden ist.
Die Empfehlung für helle, empfindliche Haut lautet: mindestens LSF 30 das ganze Jahr über. Bei dunklerer Haut bietet im Winter LSF 15 und im Sommer LSF 30 ausreichend Schutz.
LSF 50 wird empfohlen, wenn du sehr helle Haut hast und wenn du sehr empfindlich auf Sonnenbrand reagierst. Bei längerer Sonnenexposition – vor allem während der Spitzenzeiten (zwischen 10:00 und 16:00 Uhr) – bietet eine Sonnencreme mit LSF 50 zusätzlichen Schutz.
Was ist besser: Tagescreme mit LSF oder Sonnencreme?
„Eine Tagescreme mit LSF kann deine Haut im Winter gut vor UV-Strahlung schützen, aber im Sommer ist zusätzlich zur Tagespflege eine Sonnencreme fürs Gesicht zu empfehlen“, meint Dr. Jetske Ultee, Forschungsärztin in der kosmetischen Dermatologie.
Der Nachteil einer Tagescreme mit LSF ist nämlich, dass keine hohen Konzentrationen aktiver Inhaltsstoffe wie Vitamin C oder Niacinamid hinzugefügt werden können, weil das schlicht nicht in ein einziges Produkt passt. Und genau diese Inhaltsstoffe brauchst du, um deine Haut zum Beispiel vor Hautalterung oder Pigmentflecken zu schützen. Außerdem können die Wirkstoffe, die doch enthalten sind, durch die Kombination mit LSF schlechter in die Haut eindringen, um dort ihre Wirkung zu entfalten. Eine natürliche Sonnencreme fürs Gesicht zusätzlich zu deiner Tagescreme zu verwenden, liefert dir allein aus diesen Gründen schon the best of both worlds.
Auch die richtige Reihenfolge beim Auftragen der Cremes ist für einen optimalen Hautschutz sehr wichtig.
So gehst du am besten vor: Trage zuerst die Tagescreme auf die gereinigte Haut auf, putze zwischendurch zum Beispiel deine Zähne, und trage nach etwa 10 Minuten den LSF auf. So kann deine Tagespflege gut einziehen und wird nicht mit dem LSF vermischt. Trage die Sonnencreme fürs Gesicht gleichmäßig auf und sei nicht zu sparsam – oft wird nur eine dünne Schicht aufgetragen, wodurch der Schutz geringer ausfällt (vergiss auch deine Lippen nicht!). Aus demselben Grund ist es sinnvoll, dein Make-up erst 15 Minuten nach der Sonnencreme fürs Gesicht aufzutragen, damit sie gut trocknen kann. Von einer Foundation mit LSF wird abgeraten, weil sie in einer dünnen Schicht aufgetragen wird und dadurch weniger Schutz bietet.
Denkst du jetzt: Hilfe, dafür habe ich morgens wirklich keine Zeit – dann lieber weniger aktive Inhaltsstoffe und du entscheidest dich für den schnellen Auftrag einer Tagescreme mit LSF? No worries, das geht auch – solange du dann wirklich alle 2 Stunden nachcremst. Vergiss also nicht, deine Tagescreme in die Tasche zu stecken, wenn du an sonnigen Tagen unterwegs bist. Hast du dich bewusst für eine Tagescreme mit hohem LSF entschieden, damit du mit einmal Eincremen für den Rest des Tages gut geschützt bist? Leider funktioniert das nicht so.
LSF 15 wirkt gegen 94% der Sonnenstrahlen, LSF 30 gegen 97% und LSF 50 erreicht 98%. Um diese Abdeckung zu erhalten, musst du – genau wie bei einer Sonnencreme – auch die Tagescreme mit LSF alle 2 Stunden erneut auftragen. Denn im Laufe des Tages verlierst du einen Teil des Schutzes durch Schwitzen und weil du dir unbewusst regelmäßig ins Gesicht fasst.
Damit ist der Vorteil, die Tagescreme mit LSF morgens schnell aufzutragen und dann für den Rest des Tages fertig zu sein, dahin. Greif in den sonnigen Zeiten des Jahres lieber zu einer nährenden Tagescreme mit vielen aktiven Inhaltsstoffen und nimm für die zusätzlichen Eincrem-Momente eine natürliche Sonnencreme fürs Gesicht in deiner Tasche mit.
Kannst du normale Sonnencreme fürs Gesicht verwenden?
Auch wenn normale Sonnencreme im Gesicht besser ist als gar kein Schutz, kann eine spezielle Sonnencreme fürs Gesicht zu einem besseren Hautgefühl und besserem Schutz führen – vor allem bei Menschen mit empfindlicher Haut oder bestimmten Hautproblemen.
Für optimalen Schutz ist es in den sonnigen Monaten also sinnvoll, zusätzlich zu deiner Tagescreme eine Sonnencreme fürs Gesicht zu verwenden – allerdings gibt es große Qualitätsunterschiede. In unserem Blog warum eine natürliche Sonnencreme wählen kannst du mehr über den Unterschied zwischen synthetischen Filtern und Mineralfiltern in Sonnencremes lesen. Laut einer Untersuchung der Consumentenbond vom 19. März 2024 bietet ein Drittel der getesteten synthetischen Sonnencremes fürs Gesicht nicht ausreichend Schutz. Außerdem sind sie – neben ihrem hohen Preis – vor allem nicht nachhaltig. Daher wird empfohlen, eine Sonnencreme fürs Gesicht zu wählen, die die Umwelt weniger belastet.
Wir unterstützen diese Empfehlung und raten dir neben einer nährenden Tagescreme auch zu einer natürlichen Sonnencreme fürs Gesicht, damit deine Haut gut vor Hautschäden geschützt ist. Früher hinterließen diese Mineralfilter einen weißen Schleier auf der Haut, doch heute arbeiten Marken wie Dr. Hauschka, MÁDARA und Caudalie mit einem natürlichen Braunpigment. Dadurch lässt sich die Sonnencreme fürs Gesicht sehr angenehm auftragen und sie verleiht dir außerdem einen schönen sommerlichen Teint. Wir sagen: Dann kann die Sonne ja kommen.
Gut zu wissen
Eine Tagescreme mit hohem LSF muss in sonnigen Zeiten ebenfalls alle 2 Stunden erneut aufgetragen werden, um ausreichend Schutz zu bieten. Eine Tagescreme ohne LSF plus eine natürliche Sonnencreme fürs Gesicht liefert dir daher den besten Schutz, um deine Haut optimal zu nähren und zu schützen.
Quellen:
- Consumentenbond via https://www.consumentenbond.nl/zonnebrand/zonnebrand-gezicht
- Radar, Avro Tros via https://radar.avrotros.nl/artikel/biedt-spf-toegevoegd-aan-make-up-of-dagcrme-voldoende-bescherming-tegen-de-zon-50292
- Dr. Jetske Ultee via https://www.dr-jetskeultee.nl/voorlichting-zonbescherming/





