Zuerst einmal herzlichen Glückwunsch! Was bedeutet dieses Jubiläum für euch?
K: „Es ist ein Moment, um 20 Jahre Geschichte Revue passieren zu lassen – in denen wir unglaublich viel erlebt haben. Wir haben als zwei junge Zwanzigjährige angefangen und inzwischen einen großen Teil unserer Träume und Ambitionen verwirklicht. Das macht uns super stolz!“
A: „Ich bin stolz auf das, was wir in 20 Jahren aufgebaut haben. Wir haben buchstäblich auf einem kleinen Dachboden angefangen, und der erste Laden in Amsterdam-Osdorp war ein riesiger Schritt für uns. Heute geben wir unser Bestes, um einen Unterschied zu machen – für alle, die bei Vitaminstore arbeiten, aber auch für unsere Kund:innen, denen wir mit hochwertigen Produkten und persönlicher Beratung helfen, gesund(er) durchs Leben zu gehen.“
Meine Frau sagt manchmal: „Ihr wirkt ja wie verheiratet.“
Wie hat alles angefangen?
K: „Alain ist der Bruder meines besten Freundes aus der Schulzeit. Mit ihm hatte ich während meines Studiums an der HEAO ein kleines Unternehmen für Textildruck. Gemeinsam standen wir mit verschiedenen Ständen am Koninginnedag und wurden jedes Jahr größer. Das war die Basis unserer Freundschaft.“
A: „Koert und ich haben tatsächlich als Freunde angefangen und sind immer noch beste Kumpel. Wir ergänzen uns gut – und so entstand auch die Idee für Vitaminstore. Ich hatte das Wissen über Vitamine, und gesund zu leben war meine Leidenschaft; Koert war der Sohn eines erfolgreichen Unternehmers und wusste viel über Handel und Retail.“
K: „Alain und ich haben schließlich mit einem Großhandel für Sporternährung unter dem Namen Innovital angefangen, und 1998 eröffneten wir unseren ersten Vitaminstore!“
A: „In den ersten Jahren waren die Großhandelsaktivitäten größer als die Ladenaktivitäten. Damals haben wir vor allem Nahrungsergänzungsmittel an Gesundheitsspezialgeschäfte verkauft – und wir haben sie selbst am Küchentisch verpackt.“
Wie hat man zur Zeit eures ersten Ladens auf Nahrungsergänzungsmittel geschaut?
K: „Die Vorstellungen, die man von ‚Vitaminpillen‘ hatte, gingen weit auseinander – vor allem war es neu und irgendwie seltsam.“
Vitaminstore entstand lange vor den Gesundheitshypes, wie wir sie heute kennen. Habt ihr das vorausgesehen – oder war es ein Glückstreffer?
A: „Wir hatten schon damals die Vision, dass Gesundheit immer wichtiger werden würde. Zu der Zeit ging es vor allem um Gesundheit in Verbindung mit Umweltverschmutzung sowie ungesunden Lebens- und Essgewohnheiten. Außerdem hat uns unsere Reise nach Los Angeles 1997 beeinflusst, wo wir die größte Gesundheitsmesse der Welt besucht haben. Das hat uns die Augen geöffnet – für die Bedeutung guter Gesundheit und dafür, was man dabei bewirken kann. Damals haben wir dort eine enorme Zweiteilung gesehen: zwischen supergesunden Amerikaner:innen und dem Rest, der oft stark übergewichtig war und dadurch allerlei Gesundheitsprobleme hatte.“
Wofür steht Vitaminstore?
K: „Alain ist Bewegungswissenschaftler, und durch seinen wissenschaftlichen Blick auf die Dinge sind wir von jeher ein Unternehmen mit viel Wissen über hochwertige und innovative Nährstoffe und Produkte. Außerdem werden unsere Mitarbeitenden nach Ausbildung und Leidenschaft für das Fachgebiet ausgewählt. Sie verfügen über enorm viel Know-how.“
A: „Dieses Wissen spiegelt sich in der Beratung wider, die wir unseren Kund:innen geben, und in den hochwertigen Produkten, die wir verkaufen. Es kommt aus einem echten Interesse an der Gesundheit unserer Kund:innen – und dem Gefühl, ihnen so gut wie möglich helfen zu wollen.“

Was war der außergewöhnlichste Moment in eurer Karriere?
A: „Eigentlich sind das ziemlich viele, weil sowohl Koert als auch ich aus dem Bauch heraus unternehmen. Dann merkt man, dass einem viele schöne und besondere Dinge begegnen. Eines davon war die Übernahme von ‚Body Vitaal‘ – ein großer Schritt.“
K: „Ende 2006 haben wir zusammen mit unserem Wettbewerber ‚Body Vitaal‘ einen Fusionsplan entwickelt. Nach einer Phase intensiver Vorbereitungen ging ‚Body Vitaal‘ plötzlich insolvent. Dann ist es uns gelungen, innerhalb einer Woche eine:n Investor:in zu finden, und wir haben zehn ‚Body Vitaal‘-Filialen übernommen. Mit einem Schlag hatten wir 17 Läden und wurden zu einer echten Ladenkette!“
Was sorgt dafür, dass ihr jeden Tag für Vitaminstore aufsteht?
K: „Wer gesund ist, kann die Welt erobern – und wir wollen jeden Tag aufs Neue Menschen mit unseren tollen Produkten gesund und glücklich machen. Außerdem bleiben wir motiviert, weil wir etwas Schönes aufbauen.“
A: „Wir wachsen seit 20 Jahren ohne Unterbrechung, und beim Aufbau eines Unternehmens wirst du jeden Tag aufs Neue herausgefordert und lernst täglich dazu. Das macht dich als Mensch reicher – und das gibt uns beiden viel Erfüllung!“
Am 8. April 1998 habt ihr euren ersten Laden eröffnet – wie war das?
K: „Das war wirklich etwas ganz Besonderes! Wir haben uns gefragt, ob überhaupt jemand Vitamine haben will. Dieser Sprung ins kalte Wasser und der Schritt ins Unbekannte haben diesen ersten Laden so besonders gemacht.“
A: „Während des Umbaus dieses Ladens in Amsterdam-Osdorp kam jemand vorbei und fragte sich, was das für ein Geschäft werden würde. Als er hörte, dass es um ein Geschäft geht, das auf Nahrungsergänzungsmittel spezialisiert ist, sagte er sofort: ‚Ach, das wird nichts – in sechs Monaten seid ihr wieder weg.‘ Zum Glück wissen wir es heute besser!“
Hatte dieser erste Laden die außergewöhnlichste Eröffnung?
K: „Das war definitiv ein Meilenstein in unserer Karriere, aber für mich war die außergewöhnlichste Eröffnung die in der Beethovenstraat in Amsterdam – vor etwa fünf Jahren. Das war der erste Laden mit einer Juicebar, und das war vom ersten Tag an ein großer Erfolg!“
A: „Für mich war es die Eröffnung von Vitaminstore Leidschendam. Der erste Flagshipstore in unserem neuen Konzept. Man hat an allem gemerkt, dass wir richtig lagen: die fröhlichen Farben, unser neues Logo! Und das hat sich auch bestätigt.“
Wie war es, als vitaminstore.nl gelauncht wurde?
A: „Damals war es ein großes Fragezeichen, ob die Website jemals Geld einbringen würde. Eine E-Commerce-Website zu bauen war damals noch sehr kostspielig. Zum Glück war die Art zu werben auch sehr übersichtlich: Bezahle für einen Link auf startpagina.nl und die Besucher:innen kommen von selbst. Heute ist das ganz anders – hinter unserem Webshop steht ein ganzes Team von Spezialist:innen.“
K: „Am Anfang haben wir die Online-Bestellungen sogar noch ganz normal auf ein Überweisungsformular übertragen. Wir haben die Pakete auf eigene Faust zu einem Schalter der Post gebracht, wo sie frankiert wurden – das können wir uns heute kaum noch vorstellen.“
Welche lustigen Eigenschaften finden eure Kolleg:innen wohl an euch?
A: Alain lacht: „Ich glaube, Koert kann sehr lange Reden halten – und ich kann manchmal betriebsblind sein. So habe ich einmal ein ‚Energydrink-Pulver‘ entwickelt, namens Keffertje, und damit wollten wir ganz Niederlande im Sturm erobern. Leider hat niemand verstanden, worum es geht, und der ganze Vorrat ist abgelaufen.“
Wie teilt ihr euch die Rollen auf?
K: „Als Kind einer Retail-Familie konzentriere ich mich vor allem auf die Läden, das Personal und die Finanzen. Alain war von jeher stärker bei Produkt und Internet – vor allem aus seinem Interesse an Innovation heraus.“
A: „Als Bewegungswissenschaftler schaue ich sehr kritisch auf Produkte. Das Sortiment in den Läden ist also eher mein Thema. Außerdem arbeite ich seit meinem Studium (1987) mit Computern, und Innovation fasziniert mich enorm. Koert ist wirklich ein People Manager und nimmt Menschen bei Entscheidungen mit. So hat er wichtige Dinge möglich gemacht, zum Beispiel tolle Ladenflächen an guten Standorten. Außerdem hat er etwas mit Zahlen. Bei fast allem entsteht sofort das finanzielle Bild – und so kann er in einer Sekunde entscheiden, ob etwas interessant ist oder nicht.“
Was schätzt ihr aneinander?
K: „Alain ist in vielerlei Hinsicht mein Gegenpol, aber wir teilen die Ambition, unser Unternehmen wachsen zu lassen. Alain ist sehr innovativ, technisch versiert, ein akademischer Alleskönner mit gutem Überblick. Auch seinen visionären Input schätze ich sehr!“A: „Koert hat eine sehr starke Intuition und einen enormen Drive, Dinge möglich zu machen. Dadurch bleibt er immer in control und spürt sehr gut, was möglich ist und was nicht. Außerdem kann er sich sehr gut in andere hineinversetzen. Und er gibt nicht so viel auf Besitz oder Status und kann es intensiv genießen, mit seinen Freund:innen zusammen zu sein.“







