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Bild von Alles über Neurotransmitter
Gesundheit

Alles über Neurotransmitter

Bild von Caya Kerkhof

Neurotransmitter sind die Botenstoffe in unserem Gehirn, die Signale zwischen Gehirnzellen weiterleiten. Zu den bekannten Neurotransmittern zählen zum Beispiel Melatonin und Endorphine. Aber was genau sind Neurotransmitter – und was haben Neurotransmitter mit unserem Darm zu tun? Wir nehmen dich mit.


Was sind Neurotransmitter? 

Neurotransmitter sind Signalstoffe im Gehirn, die auch Botenstoffe genannt werden. Das liegt daran, dass sie die Kommunikation zwischen verschiedenen Gehirnzellen (Neuronen) ermöglichen – etwa hunderttausend Signale pro Sekunde. Neurotransmitter sind an verschiedenen Teilen unseres Nervensystems beteiligt: 

  • Das parasympathische Nervensystem: Dieser Teil ist für den Ruhezustand (rest & digest) unseres Körpers verantwortlich. 

  • Das sympathische Nervensystem: Dieser Teil ist für den Aktivitätszustand (fight or flight) unseres Körpers verantwortlich.

  • Das enterische Nervensystem: Das ist das Nervensystem unserer Verdauung. 

Neurotransmitter spielen eine entscheidende Rolle dabei, wie wir denken, fühlen und handeln. Deshalb ist es so wichtig, dass deine Neurotransmitter im Gleichgewicht sind. Wenn ein Ungleichgewicht bei Neurotransmittern besteht, kann das verschiedene Prozesse im Gehirn beeinflussen.  

Welche Neurotransmitter gibt es? 

Neurotransmitter lassen sich in vier Kategorien einteilen: Aminosäuren, Monoamine, Peptide und Sonstige. Insgesamt gibt es mehr als hundert Neurotransmitter, aber die bekanntesten sind: 

  • Glutamat: Glutamat ist am Gedächtnis und am Lernen beteiligt. 

  • GABA: GABA  ist an der Verringerung von Schmerz und Stress sowie an Entspannung und Ruhe beteiligt. 

  • Serotonin: Serotonin ist an Stimmung, Schlaf, Appetit und der Regulation der Darmbewegungen beteiligt. Als „Glückshormon“ spielt es außerdem eine Rolle dabei, Gefühle von Wohlbefinden und Glück zu fördern. 

  • Dopamin: Dopamin ist an Motivation, Belohnung und Freude beteiligt. 

  • Melatonin: Melatonin ist an der Regulation des Schlaf-Wach-Rhythmus beteiligt. 

  • Noradrenalin: Noradrenalin ist an der Regulation von Wachheit, Aufmerksamkeit und Stressreaktion beteiligt. 

  • Acetylcholin: Acetylcholin spielt eine Rolle bei Gedächtnis, Aufmerksamkeit und kognitiven Funktionen. 

  • Endorphine: Endorphine sind an der Regulation von Schmerz beteiligt und fördern Freude. Sie werden auch mit dem „Runner’s High“ in Verbindung gebracht und spielen eine Rolle dabei, Stress zu reduzieren und Entspannung zu fördern. 

Neurotransmitter und der Darm  

Wusstest du, dass einige Neurotransmitter (teilweise) im Darm gebildet werden? Das passiert im enterischen Nervensystem: einem komplexen Netzwerk aus Nervenzellen und Neurotransmittern im Darm. Zu den wichtigsten Neurotransmittern, die im Darm gebildet werden, gehören Serotonin, Acetylcholin, GABA und Dopamin. (Quelle

Aktivierende und hemmende Neurotransmitter 

Ein Neurotransmitter hat immer eine dieser beiden Aufgaben: Aktivität in einer bestimmten Zelle zu aktivieren (zu erregen) oder zu hemmen (zu inhibieren). Unten siehst du, welche Neurotransmitter erregend und hemmend sind und zu welcher Kategorie sie gehören. 

Neurotransmitter 
Art 
Kategorie 
 Glutamat 
 Erregend 
 Aminosäure 
 GABA 
 Hemmend 
 Aminosäure 
 Serotonin 
 Hemmend 
 Monoamine 
 Dopamin 
 Erregend/Hemmend 
 Monoamine 
 Noradrenalin 
 Erregend 
 Monoamine 
 Acetylcholin 
 Erregend/Hemmend 
 Sonstiges (Cholin-Derivat) 
 Endorphine 
 Hemmend 
 Peptide 
 Melatonin 
 Hemmend 
 Sonstiges (Melatonin) 

 

Einige Neurotransmitter können sowohl erregend als auch hemmend wirken. Das hängt von der empfangenden Zelle (dem Rezeptor) ab, an die sie binden, und von der Gehirnregion, in der sie wirken. Beispiele dafür sind Dopamin und Acetylcholin. Unten wird kurz erklärt, welcher Effekt möglich ist – je nachdem, woran der Neurotransmitter bindet.  

Neurotransmitter 
Erregender Effekt 
Hemmender Effekt 
 Dopamin 
Bindet an Dopamin-D1-Rezeptoren und erhöht die neuronale Aktivität, was zu Gefühlen von Belohnung, Motivation und Stimulation führen kann. 
Bindet an Dopamin-D2-Rezeptoren und verringert die neuronale Aktivität, was an der Regulation motorischer Funktionen und der Kontrolle impulsiven Verhaltens beteiligt sein kann. 
 Acetylcholin 
Bindet an Muskelzellen an der neuromuskulären Endplatte und löst eine Muskelkontraktion aus, die an der willkürlichen Bewegung des Körpers beteiligt ist. 
Bindet an Rezeptoren in den Basalganglien und reguliert die Aktivität von Neuronen, was für Funktionen wie Bewegungskontrolle, Kognition und Gedächtnis wichtig ist. 

* Beachte, dass dies eine vereinfachte Darstellung der Effekte von Dopamin und Acetylcholin ist und dass es in der Wirkung dieser Neurotransmitter in verschiedenen Gehirnarealen und Kontexten mehr Komplexität und Nuancen gibt.