
Hormone und wie du sie im Gleichgewicht hältst
Von etwa dem 12. bis zum 50. Lebensjahr sind Frauen fruchtbar. Während dieser gesamten fruchtbaren Lebensphase, die mit der ersten Menstruation beginnt und mit den Wechseljahren endet, spielen die weiblichen Geschlechtshormone eine wichtige Rolle. Der Einfluss dieser Hormone auf den weiblichen Körper ist so groß, dass kein Tag für eine Frau dem anderen gleicht. Welche Rolle spielen diese Hormone – und wie halten wir sie im Gleichgewicht?
Aktualisiert: 28.10.2025
Von etwa dem 12. bis zum 50. Lebensjahr sind Frauen fruchtbar. Während dieser gesamten fruchtbaren Lebensphase, die mit der ersten Menstruation beginnt und mit den Wechseljahren endet, spielen die weiblichen Geschlechtshormone eine wichtige Rolle. Der Einfluss dieser Hormone auf den weiblichen Körper ist so groß, dass kein Tag für eine Frau dem anderen gleicht. Welche Rolle spielen diese Hormone – und wie halten wir sie im Gleichgewicht?
Der Menstruationszyklus: wie läuft das ab?
Ein Mädchen ist ab dem Moment fruchtbar, in dem es mit der Menstruation beginnt. Von der Pubertät bis zur Menopause ist das ein monatlich wiederkehrendes Ereignis. Ein Menstruationszyklus dauert im Durchschnitt 28 Tage und kann nur dann gut ablaufen, wenn die weiblichen Hormone eng zusammenarbeiten. Das sind das follikelstimulierende Hormon (FSH), das luteinisierende Hormon (LH), Östrogen und Progesteron.
Während eines Zyklus passiert Folgendes: Die Hypophyse, ein erbsengroßes Organ im Kopf, schüttet das follikelstimulierende Hormon (FSH) aus. Dieses Hormon gelangt über das Blut zu den Eierstöcken und sorgt dafür, dass in einem der Eierstöcke eine Eizelle heranreift. Gleichzeitig mit der Reifung der Eizelle geben die Eierstöcke auch mehr Östrogen ab, wodurch die Gebärmutterschleimhaut wächst. Durch die wachsende Gebärmutterschleimhaut wird die Produktion von FSH gehemmt und die Hypophyse wird nun stimuliert, luteinisierendes Hormon (LH) auszuschütten. Wenn der LH-Peak am höchsten ist, findet die Ovulation bzw. der Eisprung statt: Die gereifte Eizelle löst sich vom Eierstock und gelangt mit einem „Sprung“ in den Eileiter.
Der Eisprung
Der Eisprung findet normalerweise am 14. Tag des Zyklus statt. Das ist auch der Zeitpunkt, an dem du als Frau am fruchtbarsten bist. Denn nach der Ovulation kann die Eizelle befruchtet werden. Neben Östrogen beginnen die Eierstöcke nun auch, mehr Progesteron zu bilden: So wird die wachsende Gebärmutterschleimhaut mit zusätzlichen Nährstoffen für die möglicherweise befruchtete Eizelle versorgt. Wird die Eizelle nicht befruchtet, sinken die Östrogen- und Progesteronspiegel wieder – und die Menstruation setzt ein.
Was ist das prämenstruelle Syndrom (PMS)?
Warum manche Frauen rund um die Menstruation mehr Beschwerden haben als andere, ist noch nicht vollständig verstanden. Bauchschmerzen und Müdigkeit gehören bis zu einem gewissen Grad zur Menstruation dazu, aber schätzungsweise 5–10% der Frauen haben mehr Beschwerden als durchschnittlich. Das nennt man prämenstruelles Syndrom (PMS) oder die schwerere Form von PMS: prämenstruelle dysphorische Störung (PMDD). Vor allem die psychischen Beschwerden wie Stimmungsschwankungen, Reizbarkeit und Niedergeschlagenheit werden als sehr belastend erlebt. PMS ist die Folge eines hormonellen Ungleichgewichts und beginnt meist um das 30. Lebensjahr oder nach einer Schwangerschaft – kommt heutzutage aber auch immer häufiger bei jüngeren Frauen vor.
Ursachen von PMS
Die folgenden Faktoren spielen auf jeden Fall eine Rolle:
- Bei PMS ist die Frau sowohl mental als auch körperlich weniger flexibel darin, schwankende Hormonspiegel während des Menstruationszyklus abzufangen.
- Bei PMS bilden Frauen nach dem Eisprung weniger Serotonin. Serotonin ist ein Stoff, der im Gehirn gebildet wird und Einfluss auf dein Gefühlsleben und deine Stimmung hat.
- PMS tritt vor allem dann auf, wenn der Progesteronspiegel seinen Höhepunkt erreicht: am 19., 20. und 21. Tag des Menstruationszyklus. Möglicherweise spielt in diesen Tagen auch ein nicht optimales Verhältnis zwischen Progesteron- und Östrogenspiegel eine Rolle.
Laut Wissenschaftler:innen ist das Risiko, PMS und PMDD zu entwickeln, höher, wenn akuter und chronischer Stress, zu wenig Erholung, Adipositas, Rauchen, unausgewogene Ernährung, eine geringe Aufnahme essenzieller Nährstoffe, Bewegungsmangel und eine erbliche Veranlagung vorliegen.
Bei PMS ist die Frau sowohl mental als auch körperlich weniger flexibel darin, schwankende Hormonspiegel während des Menstruationszyklus abzufangen.
Wie bleibt dein Zyklus im Gleichgewicht?
Für Balance im Körper und im Hormonhaushalt ist vor allem dein Lebensstil wichtig. Mehr Bewegung, am besten an der frischen Luft, wirkt sich positiv auf die Serotoninbildung aus. Versuch, weniger Süßes zu essen, und begrenze in der Zeit deiner Beschwerden die Aufnahme von alkohol- oder koffeinhaltigen Getränken. Geht es dir an einem Tag richtig schlecht? Sprich mit einem Familienmitglied oder einer guten Freundin darüber. Das tut gut.
Wie kannst du dieses Gleichgewicht zusätzlich unterstützen?
Für zusätzliche Unterstützung bei Beschwerden vor und während der Menstruation kannst du dir die Kraft von Pflanzen und Kräutern anschauen. Es gibt verschiedene Pflanzen und Kräuter, die positiv unterstützen können – aber der Einfachheit halber stellen wir hier eine ganz besondere Pflanze heraus: Mönchspfeffer, auch unter dem Namen Agnus castus bekannt. Das ist eine wissenschaftlich gut untersuchte Pflanze, die ursprünglich im Mittelmeerraum wächst. Die Wirkung dieser Pflanze wird der hohen Konzentration an wirksamen Stoffen zugeschrieben, die sich in den dunklen Beeren befinden. Die getrockneten Beeren haben einen pfefferartigen Geschmack und wurden von Mönchen als Alternative zu Pfeffer verwendet. Darauf bezieht sich auch der Name. Heute setzen wir Mönchspfeffer ein, um eine normale und regelmäßige Menstruation zu fördern und wechselnde Stimmungen sowie Reizbarkeit vor der Menstruation zu verringern*. *Gesundheitsbezogene Angaben, die noch auf die Genehmigung durch die Europäische Kommission warten.
Wie funktionieren die Wechseljahre?
Der Eizellvorrat in den Ovarien bzw. Eierstöcken nimmt im Laufe des Lebens einer Frau langsam ab. Bei der Geburt enthalten die Eierstöcke durchschnittlich 1–2 Millionen Eizellen, wenn die Menstruation beginnt nur noch 100.000–300.000 und rund um die Wechseljahre sind es nur noch etwa 1000. Der Menstruationszyklus endet, wenn die Eierstöcke ihren Eizellvorrat aufgebraucht haben. Jahrelang haben die Eierstöcke Östrogen und Progesteron produziert – doch mit dem Ausbleiben der Menstruation verschwindet auch ein großer Teil der Funktion dieser Hormone. Es beginnt eine neue Lebensphase: die Wechseljahre. So nennt man das Ende der fruchtbaren Phase der Frau: Der Beginn wird durch ein verändertes Menstruationsmuster eingeläutet, und das Ende ist durch die ersten menstruationsfreien Jahre gekennzeichnet. Die Wechseljahre können 7 bis 10 Jahre dauern und werden oft mit der Menopause verwechselt; das ist jedoch nur die allerletzte Menstruation. Die Wechseljahre bestehen aus mehreren Phasen:
Prämenopause
Die Zeit vor der Menopause, in der der Menstruationszyklus noch gerade regelmäßig ist.
Perimenopause
Die Zeit vor der Menopause, in der sich die Menstruation verändert – bis ein Jahr nach der letzten Menstruation.
Menopause
Die letzte Menstruation im Leben einer Frau. Der Zeitpunkt der Menopause wird rückblickend bestimmt: ein Jahr nachdem die Menstruationsblutung ausgeblieben ist.
Postmenopause
Die Zeit ab einem Jahr nach der letzten Menstruation.
Die Wechseljahre sind nicht dasselbe wie die Menopause. Die Menopause ist ein einzelner Zeitpunkt – nämlich deine allerletzte Menstruation.
Während der gesamten Wechseljahre können Frauen Beschwerden erleben, die mit der veränderten Funktion der Eierstöcke, dem immer kleiner werdenden Eizellvorrat und einer verringerten Bildung von Östrogen (bis zu 60% weniger) und Progesteron zusammenhängen. Schließlich stellt sich ein neues hormonelles Gleichgewicht ein – doch bevor es so weit ist, können die schwankenden Hormonspiegel Wechseljahresbeschwerden verursachen. Die häufigsten Beschwerden sind Hitzewallungen, Schweißausbrüche, Stimmungsschwankungen und trockene Schleimhäute. Auch dünnere, schlaffere Haut, Knochenschwund, Gewichtszunahme und eine verringerte Libido kommen in den Wechseljahren häufig vor. Mehr erfahren? Lies hier mehr über die Wechseljahre.
Kräuter für die Wechseljahre
Oft bekommst du als Frau in den Wechseljahren zu hören, dass Beschwerden dazugehören und von selbst wieder vergehen. Das ist schade, denn etwa 20% der Frauen in den Wechseljahren leiden sehr stark darunter – und das kann manchmal 10 Jahre oder länger dauern.
Was kannst du selbst tun? Natürlich steht auch jetzt ein gesunder Lebensstil an erster Stelle: mit einer Ernährung, die reich an Gemüse, Fisch, Nüssen, Samen und gesunden Fetten ist. Genug Bewegung für eine bessere Stimmung – und Süßes weglassen für einen stabileren Blutzuckerspiegel und weniger Stimmungsschwankungen. Sorge für mehr Entspannung, um die Bildung des Stresshormons Cortisol zu reduzieren; das ist günstig für die Wirkung von Progesteron und Östrogen. Außerdem kannst du zusätzliche Unterstützung in der Kraft der Natur finden. Am häufigsten werden Rotklee und Traubensilberkerze verwendet.
Vermeide Süßigkeiten; das kann Stimmungsschwankungen verringern.
Rotklee ist ein Phytoöstrogene enthaltendes Kraut aus der Familie der Hülsenfrüchtler und in der Natur in ganz Europa zu finden. Die Phytoöstrogene bzw. Isoflavone im Rotklee weisen eine strukturelle Ähnlichkeit mit Östrogenen auf. Rotklee trägt zur Verringerung von Hitzewallungen bei*. Traubensilberkerze bzw. Cimicifuga racemosa hat silbrig schimmernde Blüten, die wie Kerzen nach oben wachsen, und ist in ganz Nordamerika zu finden. Schon vor der Ankunft der Siedler in den USA nutzten indigene Völker Traubensilberkerze bei verschiedensten Frauenbeschwerden. Heute ist Traubensilberkerze wegen der wirksamen Stoffe in der schwarzen Wurzel und dem Rhizom der Pflanze sehr gefragt. Diese Stoffe haben eine unterstützende Wirkung bei wechselnden Stimmungen in den Wechseljahren, reizbaren Gefühlen und Hitzewallungen*. *Gesundheitsbezogene Angaben, die noch auf die Genehmigung durch die Europäische Kommission warten.
Achtung: Dieser Artikel dient der Information und ersetzt in keiner Weise medizinische Beratung. Lass dich immer von deiner behandelnden Ärztin bzw. deinem behandelnden Arzt oder einer anderen medizinischen Fachperson beraten.






