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Ratgeber

Alles über Präbiotika

Bild von Caya Kerkhof

Im Darm leben Milliarden von Mikroorganismen, die zusammen das Darmmikrobiom bilden. Einige Ballaststoffe werden im Darm von Darmbakterien fermentiert. Das sorgt für ein gutes Darmmikrobiom. Präbiotika sind Ballaststoffe, die von Darmbakterien fermentiert werden können. In diesem Blog erfährst du alles über Präbiotika: was sie sind, worin sie enthalten sind und wie du sie optimal nutzen kannst!

Was sind Präbiotika?

Präbiotika sind eine Art Ballaststoffe, die im Darm von bestimmten Mikroorganismen genutzt werden können. Sie spielen eine Rolle in der Zusammensetzung des Darmmikrobioms, und präbiotische Ballaststoffe gehören zu den Ballaststoffen, die deinen Darm unterstützen. Im Gegensatz zu Probiotika, die aus lebenden Bakterien bestehen, sind Präbiotika unverdauliche Ballaststoffe, die von Bakterien im Dickdarm fermentiert werden können.

Auch wenn sie oft übersehen werden, gehören präbiotische Ballaststoffe zu den Ballaststoffen, die im Dickdarm abgebaut und fermentiert werden. Sie sorgen dafür, dass sich die guten Bakterien im Darm vermehren und gut gedeihen können. Das trägt zur Zusammensetzung des Darmmikrobioms bei, was wiederum wichtig für eine gute Aufnahme von Nährstoffen ist.

Für wen sind Präbiotika?

Präbiotische Ballaststoffe sind für nahezu alle Menschen sinnvoll, besonders aber für diejenigen, die mehr Ballaststoffe in ihre Ernährung aufnehmen möchten. Außerdem wird wissenschaftlich zur Beziehung zwischen Darmmikrobiom und Gehirn geforscht – auch Darm-Hirn-Achse genannt.

Worin ist Präbiotika enthalten?

Präbiotische Ballaststoffe kommen von Natur aus in verschiedenen Lebensmitteln vor, wie zum Beispiel:

  • Gemüse: Lauch, Knoblauch, Zwiebeln, Spargel und Artischocken
  • Obst: Bananen, Äpfel und Beeren
  • Hülsenfrüchte: Linsen, Kichererbsen und Bohnen
  • Vollkornprodukte: Hafer, Gerste und Roggen
  • Nüsse und Samen: Mandeln und Leinsamen

Wenn du diese Lebensmittel täglich auf deinen Speiseplan setzt, sorgst du dafür, dass dein Körper ausreichend präbiotische Ballaststoffe aufnimmt.

Wie verwendest du präbiotische Ballaststoffe?

Du kannst Präbiotika über deine Ernährung oder über Nahrungsergänzungsmittel aufnehmen. Entscheidest du dich für natürliche Quellen? Dann achte darauf, täglich verschiedene Arten ballaststoffreicher Lebensmittel zu essen. Wenn du ein Nahrungsergänzungsmittel verwendest, wähle dann nachweislich wirksame präbiotische Ballaststoffe wie Inulin oder Galacto-Oligosaccharide (GOS).

Präbiotische Ballaststoffe lassen sich leicht in deine tägliche Ernährung integrieren. Denk zum Beispiel an:

  • Eine Banane im Müsli oder Joghurt
  • Knoblauch und Zwiebeln in deine Mahlzeiten einbauen
  • Vollkornprodukte statt raffinierter Varianten wählen
  • Hülsenfrüchte zu Suppen, Salaten und Eintöpfen hinzufügen
  • Nüsse und Samen als Snack essen oder Smoothies hinzufügen

Wie viele präbiotische Ballaststoffe pro Tag?

Die empfohlene Menge an präbiotischen Ballaststoffen ist nicht exakt festgelegt, die Gesamtmenge an Ballaststoffen jedoch schon: Für Frauen sind es 25 Gramm und für Männer 30 Gramm Ballaststoffe pro Tag. Wenn du deine Ernährung mit präbiotischen Ballaststoffen ergänzt, ist es gut, auf die gesamte Ballaststoffmenge zu achten, die du dann aufnimmst. Wie viele Ballaststoffe du brauchst, hängt von deinem persönlichen Bedarf und deiner Darmempfindlichkeit ab. Starte mit einer niedrigeren Dosis und steigere sie langsam, um mögliche Verdauungsbeschwerden wie Blähungen zu minimieren.

Präbiotika und Probiotika: Was ist der Unterschied?

Auch wenn Präbiotika und Probiotika oft in einem Atemzug genannt werden, sind es zwei unterschiedliche Dinge:

  • Präbiotika: Ballaststoffe, die im Dickdarm fermentiert werden.
  • Probiotika: lebende Mikroorganismen (wie Lactobacillus und Bifidobacterium), die in einem gesunden Darmmikrobiom vorkommen. Mehr erfahren? Lies hier alles über Probiotika.

Du kannst präbiotische Ballaststoffe und Probiotika auch kombinieren – das nennt man Synbiotika. Mehr erfahren? Lies hier weiter über den Unterschied zwischen Prä- und Probiotika.

Gut zu wissen

Präbiotika sind Ballaststoffe, die von Darmbakterien fermentiert werden können. Egal, ob du sie aus natürlichen Quellen oder über Nahrungsergänzungsmittel aufnimmst: Wichtig ist, auf deinen Körper zu hören und eine Balance zu finden, die zu deinen Bedürfnissen passt.

Quellen

  1. Gibson, G.R., & Roberfroid, M.B. (1995). Dietary modulation of the human colonic microbiota: introducing the concept of prebiotics. The Journal of Nutrition, 125(6), 1401-1412.
  2. Slavin, J. (2013). Fiber and prebiotics: mechanisms and health benefits. Nutrients, 5(4), 1417-1435.
  3. Valcheva, R., & Dieleman, L.A. (2016). Prebiotics: Definition and use. Canadian Journal of Gastroenterology and Hepatology, 2016, 1-7.
  4. Roberfroid, M. (2007). Prebiotics: The concept revisited. The Journal of Nutrition, 137(3), 830S-837S.
  5. Bindels, L.B., Delzenne, N.M., Cani, P.D., & Walter, J. (2015). Towards a more comprehensive concept for prebiotics. Nature Reviews Gastroenterology & Hepatology, 12(5), 303-310.
  6. Swanson, K.S., Gibson, G.R., Hutkins, R., Reimer, R.A., Reid, G., Verbeke, K., & Scott, K. (2020). The International Scientific Association for Probiotics and Prebiotics (ISAPP) consensus statement on the definition and scope of prebiotics. Nature Reviews Gastroenterology & Hepatology, 17(11), 687-699